2018-04-18

Ansprüche an moderne Gebäudetechnik


Wir stellen uns fernab von allen futuristischen Zukunfts-Szenarien die Frage, wie und mit welchen Anforderungen wir uns unserer Gebäudetechnik in Zukunft vorstellen können und möchten.
Welche Bereiche werden diese Fragestellung beeinflussen? Vorrangig ist der Bereich Haushaltshilfen und Energie zu betrachten. Wir werden mehr und mehr elektronische Helferlein haben, die aber jedes für sich weniger Energie benötigen. Auch heute schon sind es 30 bis 50 Prozent des Energiebedarfs, die für Heizung und Warmwasser verwendet werden. Die Klimaerwärmung bringt hier auch den Bereich Kühlung in den Vordergrund.

Moderne Systeme, wie reversible Wärmepumpen und günstige Deckenkühlsysteme bringen den Luxus einer sanften Gebäudekühlung bereits nahezu in Jedermanns Haus.
Ein gewisses Maß der Reizüberflutung im Alltag und eine steigend Bequemlichkeit all jener, die es sich leisten können werden elektronische, lernende Haushaltshilfen nicht umgehen können. Ich spreche hier nicht von Cyborgs im Stile eines C3PO Protokoll-Druiden, wie aus Star Wars bekannt, vielmehr werden es alltägliche Dinge sein, die basierend aus IOT Technologie und Cloud-Intelligenz unsere Befindlichkeiten und Vorlieben erlernen und darauf aufbauend handeln. Der sich selbst mittels online-Bestellung auffüllende Kühlschrank ist bereits Realität, und die Stromüberschuss verbrauchende Waschmaschine wird bereits eingesetzt, aber was, wenn mir stimmungsabhängig mein Lieblingsessen gekocht oder bestellt, die Lichtstimmung meiner Gemütslage angepasst oder auch die Musik und Raumtemperatur meinen persönlichen Befindlichkeiten angepasst werden? Mittels multimedialer Wandgestaltungen, einem adaptiven Raumklima und einer genauen Aufzeichnung meiner Vorlieben, bringt mir mein Eigenheim dem Sonnenuntergang am Strand des letzten Urlaubs direkt ins Wohnzimmer. Samt abkühlender Abendstimmung, einer leichten Briese mit Meer-Aroma und der entspannenden, leisen Musik des Lieblingsmusikers im Hintergrund.

All diese Dinge wirken auf den ersten Blick als unnötiger Luxus, doch betrachten wir Bereiche in denen der Markt immer gesättigter wird und man händeringend nach Möglichkeiten sucht, sich vom Mitbewerber abzugrenzen. Ich denke hier speziell an Tourismus und Hotellerie. Neben den oben angeführten Möglichkeiten, werden wir nach einer persönlichen Begrüßung beim Namen und dem Servieren unseres liebsten Cocktails den Luxus genießen, dass sich das Bett die Härte der Matratze, der Raum die bevorzugte Temperatur, die Dusche die Wassertemperatur und der Wecker die gewünschte Uhrzeit merken, nicht anhand unserer Angaben an der Rezeption, sondern anhand unserer letzten Aufenthalte auf einem anderen Kontinent.

All diese Technik gilt es bereits in den Planungsphasen in die Gebäudeinfrastruktur zu integrieren. Hier entstehen die Herausforderungen für Bauträger, Architekten, Handwerker und Gebäudeverwalter. Eine optimale Lösung, mit der Dienstleistung und dem Kundennutzen im Vordergrund werden Unternehmen vom Mitbewerber abgrenzen. Der Produktpreis wird speziell aufgrund immer weiter sinkender Kosten für IT und Elektronik in den Hintergrund treten und die vollständige Erfüllung der Kunden-/Nutzerbedürfnisse stehen zentral im Fokus.

Verfasser: Ing. Sandro E. de Roja

Villach, am 18.04.2018