Wir
stellen uns fernab von allen futuristischen Zukunfts-Szenarien die Frage, wie und
mit welchen Anforderungen wir uns unserer Gebäudetechnik in Zukunft vorstellen können
und möchten.
Welche
Bereiche werden diese Fragestellung beeinflussen? Vorrangig ist der Bereich
Haushaltshilfen und Energie zu betrachten. Wir werden mehr und mehr elektronische
Helferlein haben, die aber jedes für sich weniger Energie benötigen. Auch heute
schon sind es 30 bis 50 Prozent des Energiebedarfs, die für Heizung und Warmwasser
verwendet werden. Die Klimaerwärmung bringt hier auch den Bereich Kühlung in
den Vordergrund.
Moderne
Systeme, wie reversible Wärmepumpen und günstige Deckenkühlsysteme bringen den
Luxus einer sanften Gebäudekühlung bereits nahezu in Jedermanns Haus.
Ein
gewisses Maß der Reizüberflutung im Alltag und eine steigend Bequemlichkeit all
jener, die es sich leisten können werden elektronische, lernende
Haushaltshilfen nicht umgehen können. Ich spreche hier nicht von Cyborgs im
Stile eines C3PO Protokoll-Druiden, wie aus Star Wars bekannt, vielmehr werden
es alltägliche Dinge sein, die basierend aus IOT Technologie und Cloud-Intelligenz
unsere Befindlichkeiten und Vorlieben erlernen und darauf aufbauend handeln. Der
sich selbst mittels online-Bestellung auffüllende Kühlschrank ist bereits
Realität, und die Stromüberschuss verbrauchende Waschmaschine wird bereits
eingesetzt, aber was, wenn mir stimmungsabhängig mein Lieblingsessen gekocht
oder bestellt, die Lichtstimmung meiner Gemütslage angepasst oder auch die
Musik und Raumtemperatur meinen persönlichen Befindlichkeiten angepasst werden?
Mittels multimedialer Wandgestaltungen, einem adaptiven Raumklima und einer genauen
Aufzeichnung meiner Vorlieben, bringt mir mein Eigenheim dem Sonnenuntergang am
Strand des letzten Urlaubs direkt ins Wohnzimmer. Samt abkühlender Abendstimmung,
einer leichten Briese mit Meer-Aroma und der entspannenden, leisen Musik des Lieblingsmusikers
im Hintergrund.
All
diese Dinge wirken auf den ersten Blick als unnötiger Luxus, doch betrachten
wir Bereiche in denen der Markt immer gesättigter wird und man händeringend
nach Möglichkeiten sucht, sich vom Mitbewerber abzugrenzen. Ich denke hier
speziell an Tourismus und Hotellerie. Neben den oben angeführten Möglichkeiten,
werden wir nach einer persönlichen Begrüßung beim Namen und dem Servieren
unseres liebsten Cocktails den Luxus genießen, dass sich das Bett die Härte der
Matratze, der Raum die bevorzugte Temperatur, die Dusche die Wassertemperatur und
der Wecker die gewünschte Uhrzeit merken, nicht anhand unserer Angaben an der Rezeption,
sondern anhand unserer letzten Aufenthalte auf einem anderen Kontinent.
All
diese Technik gilt es bereits in den Planungsphasen in die Gebäudeinfrastruktur
zu integrieren. Hier entstehen die Herausforderungen für Bauträger, Architekten,
Handwerker und Gebäudeverwalter. Eine optimale Lösung, mit der Dienstleistung
und dem Kundennutzen im Vordergrund werden Unternehmen vom Mitbewerber abgrenzen.
Der Produktpreis wird speziell aufgrund immer weiter sinkender Kosten für IT
und Elektronik in den Hintergrund treten und die vollständige Erfüllung der
Kunden-/Nutzerbedürfnisse stehen zentral im Fokus.
Verfasser:
Ing. Sandro E. de Roja
Villach,
am 18.04.2018



